
Um die Voraussetzung zu schaffen, das europäische bildungsexperten annähernd "mit einer Sprache sprechen" stellt die Europäische Kommission über das CEDEFOP ein Glossar zu den wichtigen Begrifflichkeiten der beruflichen Bildung zur Verfügung. Hier ein Auszug der für das Thema "Validierung der Ergebnisse informellen Lernens" relevanten Begriffen:
Learning – Outcomes
In outcome-orientierten Systemen definieren sich berufliche Qualifikationen nicht über Lernwege und Abschlüsse, sondern über die Ergebnisse von Lernprozessen, unabhängig davon, wann, wo und wie lange ein Individuum gelernt hat.
| Unter "Learning Outcomes" wird in der europäischen Berufsbildungsdebatte "das Set von Wissen, Fähigkeiten, und/oder Kompetenzen (verstanden), das ein Individuum erworben hat und/oder das es nach dem Abschluss eines Lernprozesses nachweisen kann." Quelle: CEDEFOP 2008a, S. 46, Übers. d. Verf. |
In dieser Minimaldefinition werden alle Wege des Lernens, die Lerndauer, der Lernort etc. ausklammert und allein auf den Aspekt des Resultats erfolgreicher Lernprozesse fokussiert.
Wissen, Fähigkeiten, Kompetenzen
Das European Qualifications Framework in seiner am 8. Juli 2009 von Europäischem Parlament und Rat angenommenen Fassung beschreibt Learning Outcomes als Kombination der drei Dimensionen "knowledge, skills and competence"– "‘learning outcomes’ means statements of what a learner knows, understands and is able to do on completion of a learning process, which are defined in terms of knowledge, skills and competence" – und sieht competence somit als Teil der Learning Outcomes an – allerdings als entscheidenden, insofern competence die Anwendung von knowledge and skills betrifft:
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Knowledge: "‘knowledge’ means the outcome of the assimilation of information through learning. Knowledge is the body of facts, principles, theories and practices that is related to a field of work or study. In the context of the European Qualifications Framework, knowledge is described as theoretical and/or factual" Skills: "‘skills’ means the ability to apply knowledge and use know-how to complete tasks and solve problems. In the context of the European Qualifications Framework, skills are described as cognitive (involving the use of logical, intuitive and creative thinking) or practical (involving manual dexterity and the use of methods, materials, tools and instruments" Competence: "‘competence’ means the proven ability to use knowledge, skills and personal, social and/or methodological abilities, in work or study situations and in professional and personal development. In the context of the European Qualifications Framework, competence is described in terms of responsibility and autonomy." |
Diese Dreiteilung von Lernergebnissen in Wissen, Fähigkeiten und Kompetenzen liegt neben dem EQF auch dem ECVET und dem Europass-Konzept zugrunde.
Lernwege: formal, non-formal und informell
Für die Begriffe “formal”, non-formal”, informell liegen eine Vielzahl von Definitionen vor; nach wie vor ist die Verwendung sowohl auf nationaler Ebene als auch im transnationalen Diskurs uneinheitlich. In der Diskussion ungeklärt ist zum Beispiel, inwieweit man dem diesem Lernen gerecht wird, indem man es negativ gegenüber dem formalen Lernen in Bildungsinstitutionen abgrenzt (non, in-); ob eine Zertifizierung als entscheidendes Abgrenzungsmerkmal anzusehen ist (OECD), ob der Ort des Lernens, die Art des Lernens und/oder die Absicht, zu lernen, als entscheidende Unterscheidungsmerkmale anzusehen sind.
Die aktuelle europäische Diskussion legt auf der Grundlage des "Memorandum on Lifelong Learning" (EUROPÄISCHE KOMMISSION, 2000) folgende Definitionen fest, in denen neben der nicht-institutionellen Organisationsform auch der Grad der Intentionalität des Lernenden mit einbezogen ist:
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Formales Lernen: Lernen, das in einem organisierten und strukturierten Kontext (Bildungs- oder Ausbildungseinrichtung, am Arbeitsplatz) stattfindet, explizit als Lernen bezeichnet wird (in Bezug auf Lernziele, Lernzeit oder Lernförderung). Formales Lernen ist aus der Sicht des Lernenden beabsichtigt. Es führt typischerweise zu Validierung und Zertifizierung. Nicht-formales Lernen: Lernen, das in planvolle Tätigkeiten eingebettet ist, die nicht explizit als Lernen bezeichnet werden (in Bezug auf Lernziele, Lernzeit oder Lernförderung), jedoch ein ausgeprägtes "Lernelement" beinhalten. Nicht-formales Lernen ist aus Sicht der Lernenden mit der Absicht verbunden, zu lernen. (…) Die Ergebnisse non-formalen Lernens können validiert werden und zu Zertifizierung führen. Informelles Lernen: Lernen, das im Alltag, am Arbeitsplatz, im Familienkreis oder in der Freizeit stattfindet. Es ist in Bezug auf Lernziele, Lernzeit oder Lernförderung nicht organisiert oder strukturiert. Informelles Lernen ist in den meisten Fällen nicht intentional. (…) Die Ergebnisse informellen Lernens führen gewöhnlich nicht zu Zertifizierung; sie können jedoch im Rahmen der Anerkennung von "prior learning" validiert und zertifiziert werden. Informelles Lernen wird auch als Erfahrungs- oder zufälliges Lernen bezeichnet. |
Validierung von Lernergebnissen
| Die Bestätigung durch eine zuständige Behörde oder Stelle, dass Lernergebnisse (Kenntnisse, Fähigkeiten und/oder Kompetenzen), die eine Person in einem formalen,nicht formalen oder informellen Kontext erzielt hat,gemäß festgelegten Kriterien bewertet wurden und den Anforderungen eines Validierungsstandards entsprechen.Die Validierung führt üblicherweise zur Zertifizierung. Quelle: Cedefop 2008c. |
Validierung findet häufig in einem abgestuften Verfahren statt. Dabei werden oft nicht alle Stufen bis hin zur Anerkennung und Zertifizierung durchlaufen. Für die im Europass Rahmenkonzept versammelten Instrumente sind beispielsweise lediglich die ersten beiden Stufen des Validierungsprozesses relevant; Aspekte der Anerkennung und Zertifizierung sind nicht Gegenstand. Anders beim ECVET: hier kann im Idealfall die gesamte Stufenleiter des Validierungsprozesses zum Tragen kommen.
Mögliche Stufen des Validierungsprozesses
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Identification
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Assessment
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Recognition
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| Investigation | Recording | (Self)evaluation | Documentation | Accreditation | Certification |