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Geschichte

Entwicklungsschritte auf dem Gebiet Qualität in der europäischen Berufsbildung

Die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Qualitätssicherung im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung beruht im Grundsatz bereits auf Artikel 149 des Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft von 1957: "Die Gemeinschaft trägt zur Entwicklung einer qualitativ hoch stehenden Bildung dadurch bei, dass sie die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten fördert und die Tätigkeit der Mitgliedstaaten unter strikter Beachtung der Verantwortung der Mitgliedstaaten für die Lehrinhalte und die Gestaltung des Bildungssystems sowie der Vielfalt ihrer Kulturen und Sprachen erforderlichenfalls unterstützt und ergänzt."

In späteren Dekaden und im Zuge der Weiterentwicklung zur Europäischen Union wird mit zunehmender Dringlichkeit die Notwendigkeit erkannt, Vergleichbarkeit und Weiterentwicklung auf dem Gebiet der Qualität der beruflichen Aus- und Weiterbildung auf europäischer Ebene voranzutreiben.

2000: Beginn des Lissabon-Prozesses
Im März 2002 formuliert der Europäische Rat in Lissabon das Ziel, die Europäische Union zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu machen. Wesentlicher und integraler Bestandteil der Lissabon-Strategie ist die Entwicklung einer qualitativ hochwertigen beruflichen Bildung, insbesondere im Hinblick auf die Förderung der Mobilität sowie der Beschäftigungs- und Wettbewerbsfähigkeit. www.ec.europa.eu

2001: Gründung des European Forum on Quality in VET
Im Mai 2001 wird von der Europäischen Kommission das "European Forum on Quality in VET" gegründet. Diese erste strukturierte Pattform zum Thema Qualität in der Berufsbildung entwickelt ein Arbeitsprogramm zu den Themen

European Commission (2000): The Quality of Vocational Training. Proposal for Action. www.cedefop.europa.eu

2002: Tagung des Europäischen Rats in Barcelona
Im März 2002 hält der Europäische Rat auf seiner Tagung in Barcelona fest, dass die europäischen Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung bis 2010 zu einer weltweiten Qualitätsreferenz werden sollen. Er ruft zu weiteren Maßnahmen im Hinblick auf die Einführung von Instrumenten zur Gewährleistung der Transparenz von Diplomen und Qualifikationen auf, die im Bereich der beruflichen Bildung die Förderung angepasster Maßnamen ähnlich dem Bologna-Prozess einschließen.

Schlussfolgerungen des Vorsitzes. Europäischer Rat (Barcelona) 15. und 16. März 2002. Als PDF-Datei unter www.consilium.europa.eu

2002: Beginn des Kopenhagen-Prozesses
Am 30. November 2002 genehmigen die Bildungsminister von 31 europäischen Ländern und die Europäische Kommission die Erklärung von Kopenhagen über eine verstärkte europäische Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung. Neben den Prioritäten der Stärkung der europäischen Dimension in der Berufsbildung, der Erhöhung von Transparenz, Information und Beratung und der Anerkennung von Kompetenzen und Qualifikationen einschließlich non-formalen und informellen Lernens wird insbesondere auch die Kooperation im Bereich der Qualitätssicherung als Priorität hervorgehoben. www.ec.europa.eu

2003: Gründung der Technical Working Group on Quality in VET
Ende des Jahres 2002 wird von der Generaldirektion Bildung und Kultur die Facharbeitsgruppe Qualität in der Berufsbildung (Technical Working Group on Quality in VET – TWG) eingerichtet, um die europäischen Gemeinschaftsziele im Bereich Qualität in der Berufsbildung voranzutreiben. Der Auftrag umfasst

2004: Common Quality Assurance Framework (CQAF)
Im Jahr 2004 wird von der Facharbeitsgruppe Qualität in der Berufsbildung – TWG der Gemeinsame Europäische Qualitätssicherungsrahmen in der beruflichen Bildung (Common Quality Assurance Framework – CQAF) entwickelt. Der CQAF ist ein Rahmenmodell, das den EU-Mitgliedstaaten als Referenz bei der Entwicklung bzw. Reform von Qualitätssystemen in der Berufsbildung auf nationaler Ebene dienen soll. Der CQAF beschreibt Grundprinzipien, Kriterien und Instrumente, die bei der Implementierung von Qualitätssicherungssystemen in der Berufsbildung berücksichtigt werden sollen und bildet die Grundlage für die Entwicklung des EQARF.

2004: Erste Folgekonferenz zum Kopenhagen-Prozess in Maastricht
Ende 2004 wird in Maastricht auf der europäischen Konferenz "Stärkung der europäischen Zusammenarbeit im Bereich der beruflichen Bildung" das sogenannte Kommuniqué von Maastricht beschlossen, das im Kern die Übereinkunft beinhaltet, einen Europäischen Qualifikationsrahmen (EQF) sowie ein europäisches Kreditpunktesystem für die berufliche Bildung (ECVET) zu entwickeln. Die große Bedeutung der Erreichung hoher Qualität und Innovation in den Berufsbildungssystemen wird im Kommuniqué von Maastricht ebenfalls betont. Als PDF-Datei unter www.bmbf.de

2005: European Network on Quality Assurance in VET (ENQA-VET)
Im Jahr 2005 wird von der EU-Kommission das Europäische Netzwerk für Qualitätssicherung in der Berufsbildung ENQA-VET gegründet. Die Hauptaufgaben des Netzwerks bestehen zunächst in der Förderung der Kooperation unter den relevanten Stakeholdern auf nationaler und europäischer Ebene sowie insbesondere in der Entwicklung eines CQAF (Common Quality Assurance Framework) in Fortsetzung der Arbeit der Technical Working Group on Quality in VET. www.enqavet.eu

2006: Zweite Folgekonferenz zum Kopenhagen-Prozess in Helsinki
Im Kommuniqué von Helsinki wird der Berufsbildung erneut die zentrale Aufgabe zugewiesen, einen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit und zum sozialen Zusammenhalt im Sinne der Lissabon-Strategie zu leisten. Zudem wird ein stärker auf vier Schwerpunktbereiche fokussierter Ansatz festgelegt, der insbesondere auch die Ausrichtung der Politik auf die Verbesserung der Attraktivität und der Qualität der beruflichen Bildung und die weitere Entwicklung, Erprobung und Nutzung gemeinsamer europäischer Instrumente für die berufliche Bildung (EQF, ECVET, Europass) mit dem Ziel umfasst, diese bis 2010 zur Verfügung zu haben. In diesem Zusammenhang wird auch eine stärke Zusammenarbeit bei der Verbesserung der Qualität durch die Nutzung von ENQA-VET propagiert. Als PDF-Datei unter ec.europa.eu

2008: Vorschlag für eine Empfehlung zu einem Europäischen Bezugsrahmen für die Qualitätssicherung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung (EQARF)
Am 9. April 2008 verabschiedet die Europäische Kommission einen Vorschlag für eine Empfehlung des Europäischen Parlaments und des Rates zur Einrichtung eines europäischen Bezugsrahmens für die Qualitätssicherung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung (EQARF), die am 18.12.2008 vom Europäischen Parlament angenommen wird. Als PDF-Datei unter eur-lex.europa.eu

2008: Dritte Kopenhagen-Folgekonferenz in Bordeaux
Im Bordeaux-Kommuniqué vom November 2008 werden u.a. die Prioritäten für die Periode 2008 bis 2010 festgelegt. Zu den wichtigsten Aktivitäten bis 2010 zählen die Umsetzung des Europäischen Leistungssystems für die Berufsbildung (ECVET) und des Europäischen Bezugsrahmens für die Qualitätssicherung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung (EQARF). Als PDF-Datei unter www.arqa-vet.at

2009: Verabschiedung der Empfehlung für die "Einrichtung eines europäischen Bezugsrahmens für Qualitätssicherung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung" (EQARF)
Im Mai 2009 wird vom Europäischen Parlament und Rat die Empfehlung für die "Einrichtung eines europäischen Bezugsrahmens für Qualitätssicherung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung" (EQARF) verabschiedet, der die europäischen Mitgliedstaaten dabei unterstützen soll, die kontinuierliche Verbesserung ihrer Berufsbildungssysteme mittels gemeinsamer europäischer Bezugsgrößen voranzutreiben und zu überwachen. ec.europa.eu

Quelle: www.arqua-vet.at bzw. bildung für Europa, Ausgabe Juni 2009