
Berufsbildende Mittlere und Höhere Schulen (BMHS)
Der Zugang zu einer BMHS eröffnet sich für Jugendliche nach der erfolgreich abgeschlossenen achten Schulstufe. Abhängig von der Fachrichtung und Kapazitätsauslastung kann eine Aufnahme- oder Eignungsprüfung zur Vorselektion dienen.
Die österreichischen BMHS bieten ein breites Spektrum an Fachrichtungen und Ausbildungsschwerpunkten an wählen. Im Rahmen der Schulautonomie können Schulen das Stundenpensum für bestimmte Unterrichtsegenstände variieren und auch neue Fächer anbieten oder Ausbildungsschwerpunkte setzen.
Innerhalb einer Fachrichtung haben die Lehrpläne der meisten Bildungsgänge in den ersten beiden Ausbildungsjahren einen gemeinsamen Kernbereich; die weitere Spezialisierung erfolgt ab dem dritten Schuljahr.
Die BMHS kombinieren Allgemeinbildung mit intensiver Fachausbildung in Theorie und Praxis, ihr Grundprinzip besteht ist der handlungsorientierte Unterricht. Die Arbeit in Werkstätten, Laboratorien, Übungsfirmen sowie Pflichtpraktika sind integrativer Teil der Ausbildung.
Integraler Bestandteil der Abschlussprüfung ist bei den meisten Schularten eine Projektarbeit (auch Diplomarbeit), durch die konkrete technische und / oder wirtschaftliche Problemstellungen zu lösen sind. Bei Absolventen einer BMHS können grundlegende Kompetenzen des Projektmanagements vorausgesetzt werden.
Besonderes Gewicht legen die BMHS auf die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen. „Unternehmerische Kompetenz“ ist fachübergreifendes Unterrichtsprinzip und Gegenstand von Ausbildungsschwerpunkten.
Je nach Schulart sind ein bis drei Fremdsprachen verpflichtend. Fremdsprachen kommen auch als Unterrichts- und Arbeitssprache zum Einsatz. Als weitere Schlüsselqualifikation ist an allen BMHS Computerkompetenz obligatorisch.
Ausbildungsgänge an Berufsbildenden Mittleren Schulen (BMS) variieren in ihrer Dauer zwischen zwei, meistens aber drei und vier Jahren.
Nach der Ablegung zusätzlicher Prüfungen, z. B. der Berufsreifeprüfung, stehen den Absolventen einer BMS Bildungsgänge im Postsekundar- bzw. Hochschulbereich offen. Wie die BHS bietet auch die BMS die Voraussetzung für eine spätere Tätigkeit als Unternehmer.
Berufsbildende Höhere Schulen (BHS) werden über fünf Jahre besucht, also ein Jahr länger als die Oberstufe einer Allgemeinbildenden Höheren Schule. Wie diese endet sie mit dem Abschluss der Matura, die dem deutschen Abitur entspricht, zusätzlich jedoch mit einer berufsqualifizierenden Diplomprüfung. Damit verfügen alle Absolventen einer BHS über die Hochschulreife, die ihnen den Zugang zum tertiären Bildungsbereich eröffnet.