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Anpassung des Berufsbildkatalogs

In den letzten Jahren wurden mehr als 100 bestehende Lehrberufe reformiert bzw. in den Katalog anerkannter Lehrberufe neu aufgenommen. Ziel der Neuzugänge zum Berufsbildkatalog ist es, in fast allen Bereichen der Wirtschaft, auch in neuen Tätigkeitsfeldern (z. B. im IKT-Bereich), eine Lehre zu ermöglichen.

Berücksichtigung individueller Voraussetzungen

Mit individuell verlängerbaren Ausbildungsfristen und der Anerkennung von Teilqualifikationen, auf die der weitere Berufsweg aufbauen kann, reagiert die 2003eingeführte Integrative Berufsbildung auf unterschiedliche Eingangsvoraussetzungen der Lehrlinge. Die Integrative Berufsausbildung sieht die Möglichkeit vor, Teilqualifikationen zu erwerben oder die Ausbildungsdauer zu verlängern. Sie richtet sich individuell an benachteiligte Jugendliche, die ohne Unterstützung eine Lehrausbildung nicht abschließen können.

Gleichzeitig wurden für besonders begabte Jugendliche neue High-Tech-Lehrberufe mit vierjähriger Ausbildungsdauer eingerichtet.

Förderung von Ausbildungsverbünden

Vor allem Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU), die nicht alle Aspekte der Lehrausbildung abdecken können, soll der Anschluss an Ausbildungsverbünde erleichtert werden.

Modularisierung

Das Hauptinteresse bei der Reform der österreichischen Lehrlingsausbildung gilt derzeit der Neustrukturierung durch eine Modularisierung der Ausbildung. Die Gliederung der bislang in ein eher enges Korsett gezwängten Lehrlingsausbildung in Module soll dazu beitragen, das Niveau und den Kurs individueller Berufswege flexibler zu gestalten. Die Modularisierung der Lehre wurde 2006 im Berufsausbildungsgesetz verankert.

Auf Basis von Grundmodulen sollen wirtschaftlich notwendige Spezialisierungen innerhalb eines Berufsfelds ermöglicht werden.

Modullehrberufe
Quelle: Österreichisches Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit

Ein Modullehrberuf setzt sich aus drei „Bausteinen“ zusammen, in denen die zu vermittelnden Kenntnisse und Fertigkeiten nach ihrer Komplexität zusammen gefasst sind:

Jeder Lehrling eines Modullehrberufs muss ein Hauptmodul wählen und kann darüber hinaus in einem weiteren Haupt- oder Spezialmodul ausgebildet werden.

Die Bündelung von Berufsbildern zu modularisierten Berufsbereichen steht erst am Anfang und wird in einer Reihe von Modellversuchen für den Regelbetrieb aufbereitet.