
Organisationsform des Bildungssystems und Zugang zu beruflicher Bildung
Das irische Bildungssystem ist zentral organisiert. Es gibt im Gegensatz zu Deutschland keine bedeutenden regionalen Verwaltungsbehörden.
Vom sechsten bis zum 15. Lebensjahr besteht Unterrichtspflicht, wobei viele Eltern ihre Kinder freiwillig schon vorher in eine Art Vorschulunterricht schicken.
Nach der Primarstufe können die Schüler zwischen berufsbildenden Schulen (vocational schools), Gesamtschulen (comprehensive schools) und Gemeinschaftsschulen (community schools) wählen. Die Sekundarstufe ist in zwei Abschnitte gegliedert. Der dreijährige Junior Cycle (Sekundarstufe I) schließt mit dem Erwerb des Junior Certificate ab und markiert das Ende der Schulpflicht. Die Mehrzahl der Schüler geht danach in den Senior Cycle (Sekundarstufe II) über (2003/04: 82 Prozent); ein Teil nimmt an dieser Stelle jedoch eine betriebliche Ausbildung auf.
Dem Senior Cycle vorgeschaltet ist ein freiwilliges Transition Year, das den Schülern ohne Notendruck ein Gespür für ihre Fähigkeiten und Neigungen vermitteln soll. Erst danach müssen sie sich für eines der drei Programme der Sekundarstufe II entscheiden.
Im Gegensatz zum deutschen Bildungssystem, in dem die Sekundarstufe II Teil des Schulsystems ist, zählen in Irland Teile der höheren schulischen Bildung (also des Senior Cycles) bereits zur beruflichen Erstausbildung. Die Schüler können zwischen drei verschiedenen Programmen wählen, die je zu einem unterschiedlichen Abschluss führen. Dabei zählt jedoch nur das so genannte Leaving Certificate Established zur allgemeinbildenden sekundären Bildung. Es ist ein stark akademisch orientiertes Zeugnis und ermöglicht den direkten Übergang in eine Universität oder Fachhochschule. Das Leaving Certificate Vocational und das Leaving Certificate Applied, die beide einen starken berufsbildenden Charakter haben, zählen bereits zur beruflichen Erstausbildung.
Einen Überblick über das irische Bildungssystem können Sie hier herunterladen:
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