
Wer über den Abschluss der Sekundarstufe II (also das Leaving Certificate) verfügt, hat die Möglichkeit, eine stärker schulische Berufsausbildung zu absolvieren. In den so genannten Post Leaving Certificate (PLC)-Kursen können angehende Berufsanfänger unter mehr als 1000 Kursen wählen und halten sich sogar die Möglichkeit offen, in den tertiären Bildungssektor zu wechseln, falls sie lediglich über das Leaving Certificate Applied verfügen. PLC-Kurse bieten eine große Bandbreite an Ausbildungsgängen an, die von Business bis Schauspiel, von Multimedia bis Friseur/in und Kosmertiker/in reichen, aber auch so außergewöhnliche Kurse wie Pferdestudien im Programm haben. 2006 befanden sich 16,6 Prozent der Abgänger des Schuljahres 2003/04 in dieser Form der Ausbildung.
Teilnehmen können nicht nur Absolventen der Sekundarstufe II, sondern auch Personen mit einschlägiger Berufserfahrung oder wenn sie eine besondere Begabung in dem von ihnen angestrebten Fach nachweisen können. Es hat sich gezeigt, dass überwiegend solche Personen teilnehmen, die mittelmäßige bis schlechte Ergebnisse im Leaving Certificate erzielt haben und daher Schwierigkeiten haben, eine Ausbildung zu finden. Mittlerweile sind die PLC-Kurse jedoch auch zu einem wichtigen Pfeiler der Erwachsenenbildung geworden: Viele nutzen das Angebot zum Wiedereinstieg ins Berufsleben. Etwa 41 Prozent der Teilnehmer sind über 21 Jahre alt.
Die Kurse dauern zwischen einem und zwei Jahren und schließen meistens mit einem von der FETAC ausgestellten Zeugnis ab, wobei die Höhe des Abschlusses oft von der Dauer des Kurses abhängt (zwischen einem und zwei Jahren).
Die Kurse finden in Sekundarschulen oder spezialisierten Bildungszentren statt, die schwerpunktmäßig PLC-Kurse anbieten.
Das Besondere an den PLC-Kursen ist die starke Orientierung an den Bedürfnissen der Wirtschaft. Obwohl die Kurse stärker verschult sind als andere Formen der Ausbildung, liegt ein starker Fokus auf dem Erwerb betrieblicher Kenntnisse. Etwa 25 Prozent der Ausbildungszeit ist dem Erwerb von Betriebserfahrung gewidmet. Auch die schulischen Lehrinhalte konzentrieren sich auf beschäftigungsbezogene Kompetenzen.