Wie gelingt der Übergang ins Berufsleben?
Frankreich besitzt eine hohe Jugendarbeitslosigkeit von 23,5 % (2005). Um diese zu bekämpfen, legt man großen Wert auf die gelingende Eingliederung der Jugendlichen ins Berufsleben. In diesem Kontext sind v.a. die Alternanzformen zu sehen. Sie gelten nicht immer der Erstausbildung, sondern sollen v.a. auch eine Nachqualifizierung oder Umschulung ermöglichen und so zu einer besseren Integration der Jugendlichen im Arbeitsmarkt führen.
Ein Problem bei der Eingliederung der Jugendlichen liegt häufig nicht in den Ausbildungsmöglichkeiten, sondern im Fehlen von Einstiegsarbeitsplätzen. In Frankreich ist der Arbeitsmarkt ein „Interner“, d.h. bereits integrierte Arbeitnehmer sind geschützt, neue dagegen stehen vor Barrieren.
Chancen und Probleme des französischen Systems:
Chancen durch alternierende Ausbildung:
- Bessere Eingliederung
Jugendliche, die eine alternierende Ausbildung absolviert haben, können oftmals besser ins Berufsleben eingegliedert werden. Die Unternehmen profitieren von praxisnäherer Ausbildung.
- Hohe Durchlässigkeit
Die Lehre gewährt Zugang zu allen Formen der Berufsausbildung, d.h. Qualifikationen vom Facharbeiterabschluss bis zur Ingenieursausbildung.
Aktuelle Probleme:
- Trägheit des Systems
Zu starke Konzentration auf rein schulische Lernformen, kann Jugendarbeitslosigkeit nicht dauerhaft bekämpfen. Eine größere Kooperation zwischen staatlichem Erziehungswesen und Wirtschaft kann die Eingliederung begünstigen.
- Mangelnde Ausbildungskompetenz der Unternehmen
Da die Lehre eine verhältnismäßig neue Ausbildungsform ist und viele Unternehmen nach wie vor auf schulische Ausbildungsgänge Wert legen, konnte in Frankreich bislang keine wirkliche „Ausbildungskultur“ entwickelt werden.
- Abwertung der Zertifikate
Durch den Elitegedanken des französischen Bildungswesens, streben die meisten möglichst hohe Abschlüsse an, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Dadurch erreichen tatsächlich viele Schüler das Abiturniveau – es kommt zu einer Abwertung der höheren und damit zwangsläufig auch der niedrigen Abschlüsse.
© f-bb (Forschungsinstitut Betriebliche Bildung)