
Das dänische Berufsbildungssystem ist durch eine sehr strikte Aufteilung der Aufgaben gekennzeichnet: strategische Fragen werden weitestgehend auf nationaler Ebene entschieden, das operative Geschäft dagegen wird auf lokaler Ebene bearbeitet. Daher kommt den Berufsschulen bei der Organisation der beruflichen Bildung eine entscheidende Rolle zu: in Zusammenarbeit mit Fachkräften aus der Wirtschaft und lokalen Repräsentanten werden die konkreten Bildungsangebote und Bildungspläne ausgearbeitet Damit wird auf detaillierte staatliche Vorgaben verzichtet. Ebenso gibt es kein einheitliches Gesetzeswerk, sondern einzelne Richtlinien und Gesetze, die den Rahmen für Lehrpläne, zum Prüfungswesen und zur Qualitätssicherung vorgeben.
Das Ministerium für Bildung (Undervisningsministeriet) übernimmt den Hauptteil der Organisation im dänischen Bildungssystem und hat die Richtlinienkompetenz. Es gibt den Rahmen für die Lehrpläne in allen Formen der Primar- und Sekundarausbildung vor, wobei die tatsächlichen Inhalte der Schulstunden von den Lehrern festgelegt werden. Die Berufskollegs unterstehen dem Bildungsministerium, sind aber in ihren Entscheidungen unabhängig. Auch die dänischen Arbeitsmarkttraining (AMU)-Center, unterstehen dem Bildungsministerium. Nicht zuständig ist das Bildungsministerium für die universitäre Ausbildung – diese wird vom Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Innovation (Ministeriet for Videnskap, Teknologi og Udvikling) und im Fall der künstlerischen Studiengänge vom Ministerium für Kultur (Kulturministeriet) betreut.
Eine weitere wichtige Institution sind die Sozialpartner, also der Dänische Gewerkschaftsbund (Landsorganisationen i Danmark) und die Dänische Arbeitgeberorganisation (Dansk Arbejdsgiverforening). Ihr starker Einfluss auf die Gestaltung des Berufsbildungssystems ist einzigartig in Europa. Über ihre Vertretung in paritätisch besetzten Fachausschüssen und -beiräten sowie im Berufsbildungsbeirat formulieren sie die Verordnungen über berufliche Bildung, die schließlich vom Bildungsministerium geprüft und verabschiedet werden. Ebenso sind sie im Management der Berufsschulen vertreten.
Die so genannten Handelskomitees beschäftigen sich mit der Schaffung und Überarbeitung von Bildungsgängen und Lehrplänen und sind für die Anerkennung der Ausbildungsbetriebe zuständig. Momentan sind etwa 20 % aller dänischen Unternehmen als Ausbildungsbetriebe anerkannt. Die Handelskomitees bestehen aus Vertretern von Industrie und Arbeitsmarktorganisationen.