
Organisationsform des Bildungssystems und Zugang zu beruflicher Bildung
Das dänische Bildungssystem wird durch ein hohes Maß an Pragmatismus, eine liberale Staatsauffassung und die Idee der Sozialpartnerschaft geprägt. Dies bedeutet, dass die Sozialpartner eine herausragende Rolle in der Gestaltung der Bildungsgänge einnehmen. 1999 wurde das dänische Berufsbildungssystem aufgrund seiner innovativen Ansätze und seiner Fähigkeit, sich ständig zu verbessern mit dem deutschen Carl-Bertelsmann-Preis als bestes Berufsbildungssystem der Welt ausgezeichnet. Der Carl-Bertelsmann-Preis wird jedes Jahr von der deutschen Bertelsmann-Stiftung für herausragende Beispiele in einem gesellschaftlich relevanten Thema vergeben. Ausgezeichnet werden können Konzepte auf der ganzen Welt. 1999 ging es um das Thema Berufsbildung. Seitdem gab es viele Reformen, die zu starken Veränderungen in der beruflichen Bildung führten.
Schulpflicht besteht in Dänemark vom siebten bis zum sechzehnten Lebensjahr. Dies entspricht dem Abschluss nach der neunten Klasse. Optional kann ein zehntes Jahr an der dänischen "Folkeskole" absolviert werden. Diese ist in Form einer Einheitsschule organisiert, das heißt es gibt keine Trennung zwischen Primarstufe und Sekundarstufe I. Fast alle dänischen Kinder besuchen eine einjährige Vorschule.
Die Schüler werden folglich erst nach der neunten oder zehnten Klasse getrennt. Hier treten sie entweder in die allgemeine Sekundarstufe II über, die den Zugang zu einer Hochschule ermöglicht, oder sie absolvieren die fachgebundene Sekundarstufe II (im technischen oder kaufmännischen Bereich), die das Aufgreifen eines Berufs in Handel und Industrie oder ebenfalls den Besuch einer Hochschule ermöglicht. Als dritte Möglichkeit besteht der Eintritt in das Berufsbildungssystem.
Zwischen dreißig und vierzig Prozent einer Alterskohorte beginnt nach dem Abschluss an der "Folkeskole" eine Berufsausbildung. Dieser Wert ist über die vergangenen Jahre relativ stabil geblieben. Mehr Jungen als Mädchen wählen eine Berufsausbildung oder die berufsbildende fachgebundene Sekundarstufe II. Mädchen überwiegen in der allgemeinen Sekundarstufe II.