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Spezielle Programme

Programme für Jugendliche mit schwieriger Arbeitsmarkt- oder Ausbildungssituation

Für junge Menschen, die Schwierigkeiten haben im Berufsleben Fuß zu fassen, gibt es eine Reihe an Einrichtungen und Programmen, die die Integration ins Bildungssystem ermöglichen sollen.

Dazu gehört beispielsweise das berufsbildende Basistraining für Jugendliche zwischen 17 und 21 Jahren. Es ermöglicht eine berufliche Qualifikation mit Anrechnungsmöglichkeit, falls der Auszubildende nachfolgend eine reguläre Ausbildung aufnimmt. Generell sind die Inhalte sehr ähnlich und werden auch an den normalen Berufsschulen unterrichtet, jedoch ist das Programm nicht identisch mit der regulären Ausbildung. Das Programm dauert zwei Jahre, kann aber um ein Jahr verlängert werden und vermittelt theoretisches und praktisches Wissen. Die individuelle Betreuung ist jedoch stärker ausgeprägt als in der normalen Lehre. Sind alle Ausbildungsschritte absolviert, wird ein Zertifikat ausgestellt. Während der betrieblichen Phasen erhält der Lehrling einen Lohn, während der schulischen eine staatliche Unterstützung. Das Besondere am berufsbildenden Basistraining ist, dass Elemente aus verschiedenen Ausbildungsgängen kombiniert werden können, um die Interessen und Fähigkeiten des Jugendlichen besser berücksichtigen zu können.

Eine weitere Möglichkeit für junge Menschen unter 25 Jahren, die keinen Schulabschluss vorweisen können, sind die so genannten Produktionsschulen. Häufig handelt es sich bei den Teilnehmern um Migranten. Hier steht vor allem die persönliche Entwicklung der Teilnehmer im Vordergrund. Die Jugendlichen sollen durch praktische Aufgaben herausgefordert werden. Durch eine individuelle Beratung soll geklärt werden, was der Teilnehmer von seiner beruflichen Zukunft erwartet und auf welchen Wegen er dort hingelangen kann. Ein Programm dauert zwölf Monate, wobei jederzeit abgebrochen werden kann, wenn ein Ausbildungsplatz gefunden wurde. Die durchschnittliche Verweildauer in den Produktionsschulen beträgt fünf Monate, etwa 30 Prozent bleiben jedoch länger als sechs Monate. Der Einstieg ist jederzeit möglich, also nicht an den Beginn des Schuljahres gebunden. Durch praktische Arbeit in einer Werkstatt sollen die Arbeitsmarktchancen bzw. die Chance, einen Ausbildungsplatz zu finden, vergrößert werden. Theoretischer Unterricht wird nur dann abgehalten, wenn ein Teilnehmer bei der Bewältigung einer Aufgabe ein Problem entdeckt. Das in Produktionsschulen Gelernte ist somit sehr anwendungsorientiert. Klassische Tätigkeiten in den Produktionsschulen sind Metallverarbeitung und das Zimmerhandwerk, aber auch Schauspiel oder Tätigkeiten im Medienbereich. Alle Produktionsschulen unterrichten zudem die Fächer Dänisch, Mathematik, Gegenwartskunde und Gesellschaftskunde. Es existiert eine enge Zusammenarbeit mit Unternehmen, in denen die Teilnehmer auch Praktika machen können. Ebenso gibt es die Möglichkeit, an Austauschprogrammen im In- und Ausland teilzunehmen. Neben praktischen Fähigkeiten und Allgemeinbildung stehen auch kulturelle und soziale Aktivitäten auf dem Programm. In den Produktionsschulen kann keine formale Qualifikation erreicht werden, deswegen werden auch keine Prüfungen abgehalten. Es besteht jedoch Anwesenheitspflicht, die am Ende der Teilnahme bescheinigt wird.

Landesweit gibt es 88 Produktionsschulen, die vorwiegend in kleinen und mittelgroßen Städten ansässig sind. Sie sind unabhängig, erhalten jedoch einen Zuschuss von der Kom-mune oder vom Staat. Dadurch, dass in den Produktionsschulen marktfähige Produkte hergestellt werden, finanzieren sie sich zu etwa einem Fünftel über ihr Angebot an Waren und Dienstleistungen.

Für besonders auffällige Jugendliche, die Suchtprobleme haben oder schon in Konflikt mit dem Gesetz geraten sind gibt es die so genannten TAMU-Schulen (Træningsskolens Arbejdsmarkedsuddannelser, zu deutsch etwa: Trainingsschulen). Hier sollen jungen Menschen zwischen 18 und 25 Jahren (manchmal auch bis zum 30. Lebensjahr) wieder in das Bildungssystem bzw. in den Arbeitsmarkt reintegriert werden. Das Programm ist vor allem sozialpädagogisch angelegt und dauert 28 Wochen. Bei dieser Bildungseinrichtung geht es vor allem um Themen wie Respekt, Verantwortung, einen vorurteilsfreien Umgang miteinander und eine realistische Einschätzung der Fähigkeiten der Teilnehmer. 40 Prozent der Teilnehmer konnten in der Vergangenheit wieder ins Bildungs- bzw. Arbeitssystem integriert werden.